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Wie es begann

An einem Junitag 1996 stellt Walter Waier einen Tisch an den Ufersaum der Ostsee, schmückt ihn mit einer weißen Tischdecke und einem Kandelaber. Dichter Nebel bildet einen undeutlichen Raum. Das Meer ist leise.

Vier Jahre später, nach seinem Umzug nach Köln kommt ihm am Rhein die Idee, dieses Stimmungsbild in Form einer Lesung umzusetzen. Allerdings, die Autoren sollten nicht am, sondern im Wasser lesen, das Publikum am Strand, im Sand, unter den Weiden sitzen. 2002 findet die erste Rheinlese in Köln-Rodenkirchen bei Rheinkilometer 681,9 am Rheinufer statt. Die Aktion ist Probe und Premiere zugleich. Die Sorge, die Podeste aus Holz könnten im Schlamm des Rheinbodens versinken, sind unbegründet, stattdessen schwimmen sie an der Wasseroberfläche. Die Crew des Captain Ahap kämpft mit Moby Dick. Um 19.00 Uhr wird das Tier unter den Augen der ersten Besucher erfolgreich an Ort und Stelle versenkt und bietet Autoren und Musikern, oh Wunder, sicheren Halt im turbulenten Wasser der ersten Kölner Rheinlese.